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Die neue Gesetzgebung bzgl. des Rechts am eigenen Bild scheint der Todesstoß für die Streetfotografie zu sein wie wir sie heute kennen. Ein schleichendes dahinsiechen von professionellen Fotografen wird jedoch oft von einem sogenannten „Kavaliersdelikt“ von Bloggern, Website Betreibern und unvorsichtigen Marketeers in Unternehmen begünstigt.

Urheberrechtsverletzungen – Kein Kavaliersdelikt

Urheberrechtsverletzungen im Kontext der Fotografie schafft es nicht oft, genügend Wirbel zu erzeugen um eine allgemeine öffentliche Wahrnehmung zu erreichen. Aktuell hat es jedoch Jan Böhmenmann mit einem absichtlichen Verstoß geschafft virale Aufmerksamkeit für sich und seine neue Show im ZDF „Neo Magazin Royal“ zu erzeugen. Er verwendet dazu ein Bild des Fotografen Martin Langer, welches 1992 bei den Krawallen in Rostock-Lichtenhagen entstanden ist. Das Bild zeigt Harald Ewert in eingenässter Jogginghose, Deutschlandtrikot und erhobenem rechtem Arm. Harald Wert -> http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Ewert

Martin Langer äußert sich dazu in seinem Blog (http://kwerfeldein.de/…/eine-geschichte-zum-thema-urheberr…/) und verwendet den Begriff Shitstorm, welcher auf ihn in Zusammenhang mit der Abmahnung von Jan Böhmenmann und Kai Diekmann (Bild) niederging.

Shitstorm für einen – Gerechte Bezahlung für einen ganzen Berufsstand?

Der Begriff Abmahnung hat in den letzten Jahren einen zweifelhaften Ruf erworben, vor allem begünstigt durch Machenschaften von Anwaltskanzleien die sich um die Abmahnung von Nutzer der sogenannten „Erwachsenenunterhaltung“ gekümmert haben. Mittlerweile wurde die Kanzlei des prominentesten Abmahn-Anwalts aufgelöst und der Anwalt selbst hat seine Zulassung verloren. In geschilderten Fall verwendete der Anwalt die niederschwellige Lösungsmöglichkeit einer außergerichtlichen Einigung zu reinem Profitzwecken. Er hatte eine Gelddruckmaschine angeworfen und dabei wohl selbst den ein oder anderen Gesetzesverstoß begangen.

Hier entsteht jetzt leider ein Problem. Es wird ein in meinen Augen sittenwidriges Verhalten eines nun Ex-Anwalts mit dem berechtigten Interessen eines Fotografen vermengt, bei welchem es einzig und allein um Sicherung seines Einkommens geht. Er hat eine Leistung erbracht, eine Fotoserie erstellt, sich in Gefahr gebracht und sprichwörtlich seinen Kopf in Rostock-Lichtenhagen hingehalten und auf einmal soll diese Leistung, welche im Haus der Geschichte in Bonn und im Deutschen Historischen Museum in Berlin gewürdigt wird nichts mehr wert sein?
So sehr ich Jan Böhmenmann und vor allem Olli Schulz schätze, welcher sich sich leider auch sehr abwertend in einer Radiosendung im RBB geäußert hat, dieses Verhalten ist falsch und verlogen, würde denn ein Olli Schulz gerne auf GEMA Einnahmen verzichten, nur weil ein Radiosender seine Musik spielt ohne ihn in den GEMA-Listen zu vermerken? Sicher nicht.

Vielleicht schafft es die aktuelle Aufregung eine Sensibilisierung für die Arbeit und Leistung von Fotografen zu schaffen. Zu wünschen wäre es.

Urheberrechtsverletzungen erkennen

Um diese große Thematik auf den einzelnen Fotografen herunter zu brechen, hilft wohl nur das man sich hier selbst hilft. Urheberrechtsverletzungen erkennen und sich mit dem betreffenden Websitebetreiber/Verantwortlichen einigen. Oft klappt dies bereits mit einer Mail und dem Hinweis auf die MFM-Liste (Beweise/Screenshot vorher sichern), manchmal ist dazu aber eben auch eine Abmahnung notwendig.

Welche Tools gibt es?

Google Bildersuche: https://www.google.de/imghp…
Dazu einfach auf das Kamerasymbol im Suchschlitz klicken und die zu suchende Datei auswählen.

Lorenz Hölscher hat dazu eine Anleitung verfasst: http://www.akademie.de/wissen/bildersuche-mit-google

Picscout: Kostenpflichtiger Anbieter aus Israel http://www.picscout.com/solutions/search/

Freelense bietet hier eine ausführliche Übersicht: http://www.freelens.com/free…/suchmaschinen-gegen-bilderklau