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Wie in einem vorherigen Blogeintrag bereits erwähnt ändert sich gerade die Rechtssprechung im Bezug auf das Recht am Bild. Dies wird wohl zwangsläufig dazu führen dass die goldenen Zeiten in Bezug auf die Street Photographie zumindest in Deutschland vorbei sind. Welcher Photograph möchte sich dann noch in die Gefahr von langwierigen Rechtsstreits begeben? Es werden nicht mehr viele sein.

Was macht Street Photographie eigentlich aus? Im Prinzip handelt es sich um das einfangen von alltäglichen Situationen, welche sich durch die einzigartige Kombination von Location, Menschen, Handlungen auszeichnen. Blickkontakte zwischen zwei Menschen, die alles sein können, von der Ablehnung nach dem ersten taxieren, bis hin zum Flirt. Menschen bei der Arbeit- in einem Kiosk, in einem Atelier oder an einem Marktstand. Kommunikation zwischen Individuen zum Zweck des Handels oder des zwanglosen Tratschens beim Friseur.

Was ist bei dieser Art von Photographie zu beachten? Eigentlich benötigt man nur ein gutes Auge und eine Kamera mit schnellem Autofocus und kurzer Wake-up Zeit. Bei Professionellen Street Photographen sehr beliebt sind Kompakte Kameras mit Festbrennweite wie eine Ricoh-GR. Diese Verwendet  z.B. Stephan Maria Rother um seine Reihe Berliner Straßen richtig in Szene zu setzen. Große Kameras schrecken hier die zu photographierenden „Modelle“ oft ab, bzw. nehmen dem Moment die gewisse Leichtigkeit und lassen die Menschen darüber nachdenken was sie denn gerade tun und ob dies auf einem Photo wirklich gut aussieht. Da hilft einem der schönste Magnesium Bolide mit Batteriezusatzgriff und weißem Teleobjektiv mit 200er Brennweite nichts, wenn das Objekt der Begierde, also der Moment zwischen Menschen welcher einzufangen wäre, aufgrund von  der Ehrfurcht gegenüber der Technik verschwindet. Daher lieber klein und kompakt im Body und eher weitwinklig (28-40 mm Kleinbildäquivalent) in der Optik.

Wie eine gelungene Arbeit aussehen kann, bzw. wie eine ganze Buchreihe nicht nur etwas über die Straßen erzählen kann in der die Aufnahmen entstanden sind, sondern etwas über eine ganze Stadt und ihr Lebensgefühl, veranschaulicht Stefan Maria Rother (Mitglied im DGPh) in seiner im Berlin Story Verlag erschienen Buchreihe über Berliner Straßen und Plätze.

Zu finden sind seine Bücher z.B. hier: